Details zu jagdlicher Praxis vs. Prüfungsanforderungen

Es gibt für die Jagd zwei ganz unterschiedliche Patronen und dazu passende Gewehre bzw. Gewehrläufe.

Der erste Patronentyp sind sogenannte Büchsenpatronen. Hierbei werden Einzelprojektile durch Läufe verschossen, die sozusagen Führungsrillen haben und dadurch die Projektile sehr präzise verschiessen. Die meisten Schützen kriegen damit beim Schiessen mit einer Auflage, auf der man das Gewehr und sich selbst abstützen kann, jagdlich problemlos Entfernungen um die 100m hin. Sehr gute Schützen auch deutlich mehr. Die wahre Herausforderung ist aber das Schiessen auf bewegliche Ziele, da das bewegliche Ziel mit diesem Einzelprojektil gut getroffen werden muss. Besonders Wildschweine werden bei den immer wichtiger werdenden Treibjagden in grosser Zahl flüchtig geschossen. Für die Wildschweinjagd ist in Deutschland ein Kaliber mit einer Energie (gerechnet auf 100m) von mindestens 2000 Joule vorgeschrieben, die meisten Jäger verwenden aber freiwillig Kaliber die etwa 3000-4000 Joule leisten. Bei der Jägerprüfung wird auch auf ein simuliertes, flüchtendes Wildschwein geschossen, der sogenannte ‚Laufende Keiler‘. Nur, dass für Jägerausbildung und Jägerprüfung dazu nur ein Kaliber gefordert wird, welches auf die gleiche Distanz nur etwa 1000 Joule Energie aufbringt, also grade mal halb so stark, wie als gesetzliches Minimum für die Wildschweinjagd gefordert wird (bzw. sogar nur ein Drittel oder ein Viertel dessen, was tatsächlich üblicherweise in der Jagdpraxis verwendet wird). Wir haben uns entschlossen, generell die Ausbildung primär an der Jagdpraxis auszurichten, daher ist es für uns auch - nur konsequent, dass wir die Schiessausbildung mit Kalibern machen, die auch üblicherweise jagdlich verwendet werden (auch wenn hier die Munition etwas mehr kostet). Damit lernen Sie es von Anfang an richtig, und riskieren nicht, dass sich beim Lernen mit zu schwachen Kalibern Schiessfehler einschleichen, die sich später auf der Jagd mit üblichen Kalibern rächen könnten (z.B. unterschätzter Rückstoss der Waffe)!

Der zweite Patronentyp sind Schrotpatronen, die aus sogenannten Flinten mit grösseren und innen glatten Läufen verschossen werden. Eine Schrotpatrone enthält viele kleine Kügelchen, und der Hauptvorteil ist, das man auch kleine und sehr schnelle Ziele damit noch gut treffen kann, weil die Kügelchen eine gewisse Streubreite haben (Faustregel ist, dass man pro Entfernungsmeter etwa 2cm zusätzlichen Streudurchmesser erhält, also z.B. auf 25m mit einem Streudurchmesser von 50cm rechnen kann). Ursprünglich war Schrot aus Blei, heute verwendet man aus diversen Gründen immer mehr andere Materialien wie Weicheisen, auch wenn dadurch die effektive Reichweite von ca. 35m auf etwa 25m eingeschränkt wird. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen jagdlichen Kalibern sind gering, und – anders als beim Büchsenschiessen – werden die gleichen Kaliber auch üblicherweise für die Jägerausbildung und das Übungsschiessen verwendet. Die wahre Herausforderung beim Flintenschiessen ist es, beweglich Ziele verschiedenster Art und aus allen Richtungen zu treffen, etwas, was eigentlich nur auf einem sogenannten Jagdparcours geübt werden kann. Deshalb bieten wir unseren Jagdschülern auch an den Jagdparcours Dornsberg zu besuchen.